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Buddha Bulldozer

Interview: Meik

Buddha Bulldozer ist eine Band aus Kanada, die auf mich über facebook aufmerksam wurden und ich dadurch letzten Endes auf sie. Sie spielen eine geile Mischung aus Oldschool Hardcore und melodischen Oi!/Streetpunk. Ihr Debutalbum erschien unlängst in limitierter Vinyl-Auflage und wird über die Band vertrieben. Unterstützt die Band und holt Euch das Album. Der CD-Nerd kommt leider etwas kurz, da das Album nur auf Vinyl erhältlich ist und der LP nur ein Downloadcode beiliegt.Mehr zu den Jungs hier im Interview, oder direkt unter https://www.facebook.com/buddhabulldozer und http://buddhabulldozer.bandcamp.com/

 

Hallo Jungs, stellt Euch und Eure Band doch einmal vor und erzählt etwas über Euch.

Die Band startete 2004 und die Idee kam uns in einer alkoholgeschwängerten Nacht. Wir stammen aus Quebec City in Kanada. 2006 veröffentlichten wir unser erstes Demo und spielten eine Menge Konzerte im Osten Kanadas mit Bands aus der ganzen Welt. Das Lineup veränderte sich seit Bestehen etliche Male. Unsere erste LP wurde im März 2014 veröffentlicht und ist in limitierter Vinylauflage mit Downloadcode über uns erhältlich. Die aktuelle Besetzung ist Cam am Gesang, Fred an der Gitarre, Alex am Baß und Simon an den Drums.

 

Wie kam es zu dem, sagen wir mal, etwas verrückten Bandnamen? Für eine Hardcoreband klingt der Name doch etwas schräg, oder findet Ihr nicht? Für was steht der Name Buddha Bulldozer?

Der Bandname ist ein Insiderwitz innerhalb der Band. Eins der ursprünglichen Mitglieder, Max, der nicht mehr in der Band ist, war Buddhist und trank gerne Wein und wenn er dann zu viel dem Wein zugesprochen hatte, war er oft wie ein Bulldozer... So entstand der Name unserer Band. Es ist wie ein Witz über das Sein und Werden, oder wie das Ying und Yang.

 

Ich bin der Ansicht, daß Eure Musik ein großartiger Mix aus mellodischem Hardcore und Oi! Ist, wie seht Ihr das und wie würdet Ihr selber Euren Sound beschreiben?

Wir hören viele Arten von Musik, aber im speziellen viel Punk, Oi! Und Hardcore. Wir mögen Songs mit Melodie, so kommt Gefühl und Kraft in die Lieder. Letzten Endes entsteht unser Sound beim Schreiben der Texte automatisch mit.

 

Euer Debut-Album ist nur als limitierte Vinylversion mit Downloadcode erhältlich. Das alles erschien im Selfmade-Verfahren. Warum habt Ihr das Ganze im Do it yourself-Verfahren und nicht über ein Label veröffentlicht? Hatte kein Label Interesse an Eurer großartigen Musik?

Wir nahmen das Album bereits im Frühjahr 2012 auf und zu der Zeit schauten wir nicht unbedingt nach einem Label, welches das Material rausbringt. Wir waren noch eine recht unbekannte Band für die Labels, weil wir noch nichts auf dem Markt und so hatten die wenigen Labels, bei denen wir anfragten, kein Interesse. Im Frühjahr 2013 entschlossen wir uns, das Ganze im DIY-Verfahren selber zu machen und dann weiter zu machen.

 

Euer Debut ist, wie schon gesagt, als limitierte Vinylversion mit Downloadcode erhältlich. CD-Sammler haben nur die Downloadmöglichkeit. Warum habt Ihr diesen Weg gewählt? Ist eine CD nicht günstiger als eine LP?

Sicher kosten Vinylscheiben mehr als CDs, aber wir haben nicht sehr viel für CDs über. Wir wollten den Sammlern der Subkulturen das Format geben, das am beliebtesten ist. Wir möchten diese Ära fortsetzen. Vinyl ist außerdem das Medium, welches am einfachsten zu handhaben ist... Von daher gibt es eine durchnummerierte Version im Vinylformat.

 

Wie gut verkauft sich das Album?

Bis heute (40 Tage nach Veröffentlichung) sind die Hälfte der 250 Einheiten weg. Wir sind damit zufrieden.

 

Ich finde nirgends irgenwelche Texte von Euch. Erzählt also mir und den Lesern mal etwas zu Euren Texten.

Einigige Songs handeln von typischen Skinheaddingen wie Gewalt, Bier, Sport, Trinken mit Freunden am Wochenende, aber wir singen auch über Dinge, die um uns geschehen und die uns bewegen auf dieser verrückten Welt.

 

Welche Dinge beeinflussen Eure Songs?

Das Leben im generellen, Wir sind nicht nur Skinheads, wir sind ja auch Arbeiter, Väter und Bürger.

 

Ein Song heißt „ACAB“. Gibt es da einen aktuellen Hintergrund für, oder ist es einfach ein Antisong gegen Bullen?

In jüngeren Zeiten hatten wir oft Ärger mit den Bullen und nun ist es ein Rückblick unseres Weges, wo es oft Bullengewalt gab und die Bullen Menschen einfach unterdrückten, die sich gegen Unterdrückung stark machten.

 

Ein anderer Song heißt „Street Rock'n'Roll“. Was bedeutet Street Rock'n'Roll für Euch persönlich?

Es ist das Ding, Rockmusik für Leute von der Straße zu machen und an Orten zu spielen, die nichts mit einer Glitzerwelt zu tun haben. Wir spielen vor Leuten wie Du und ich und nicht vor betuchten Publikum. Wir sind von der Straße und spielen für Leute der Straße.

 

Mit „Quebec city“ gibt es auch ein Lied über Eure Heimatstadt. Erzählt mal etwas mehr über den Song und Eure Stadt. Seid Ihr Lokalpatrioten und warum, oder warum nicht?

Es ist ein typischer Skinheadsong mit typischen Skinheadlyrics. Nichts groß neues. Einen Drink in einer Kneipe in seiner Heimatstadt zu haben, eben das, was wir am besten können. Aber ja, wir sind Lokalpatrioten, für uns ist es ganz normal die Stadt und das Land zu lieben.

 

“Black and tans“ klingt sehr traditionell. Erzählt uns mehr über diesen tollen Song.

Der Song ist auch ein irisches Traditional und handelt von dem, was in Irland vor Jahren los war. Wir covern den Song, weil sich das Lied gegen Unterdrückung und die Bevormundung von Menschen stark macht. Die Frage ist, warum gerade das Lied gecovert wird?!? Sicher geht es um ein anderes Land, aber letzten Endes ist es eine tolle Story und warum soll man davon nicht inspiriert werden.

 

Erzählt uns etwas mehr über die Szene in Kanada, über Treffen und Gigs in Eurem Land.

Kanada ist ein weites Land und es leben, im Vergleich zu Europa, nicht so viele Menschen auf einer bestimmten Fläche. Auch sind die Strecken von Stadt zu Stadt verdammt weit. So ist es verdammt teuer, das ganze Land zu bereisen, da kannst Du auch nach Europa reisen. So beschränkt sich der Kontakt zur Szene auf Ost-Kanada und Städten wie Quebec City, Montreal, Ottawa oder Toronto. Lokale Bands treten dann auch in diesen Städten auf. Quebec selbst ist Anziehungspunkt für Leute aus der ganzen Welt, die hier Party machen wollen. Alle kommen hierher, oder nach Montreal und geben sich verdammt cool, besuchen Shows, treffen sich in Bars. Aber es gibt hier auch verdammt hübsche Frauen.

 

Ist die Szene in Kanada eher geeint, oder doch eher gespalten in verschiedene Gruppen?

Kanada ist groß und politische Unterschiede sind der Alltag. Durch die Weite entstehen verschiedene Mentalitäten, Sprachen bzw. Dialekte und auch die Geschichte ist nicht überall die gleiche. Es ist ein großes Land mit einer komplexen Geschichte, so gibt es auch einen Haufen an Skinheads, die die Politik für sich entdeckt haben, das geht von extrem rechts bis extrem links. Aber es gibt auch Skinheads, die das einen Dreck interessiert, ob man nun ein ostfranzösischer Kanadier, oder ein westkanadischer Cowboy ist... Wir sind alles kanadische Skins.

 

Okay Jungs, Zeit für abschließende Worte.

Wir sagen einfach „hallo“ zu allen, werft ein Auge auf uns und unsere Musik und hoffen, daß sie Euch gefällt! Weitere Alben und Gigs werden kommen! Kommt und trinkt mit uns!!!

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