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City Saints

Interview: Meik

 

Bitte erzählt uns etwas über City Saints und die Mitglieder der Band.

Ich und Magnus hatten schon vor Jahren vor, eine Punkband zu gründen. Aufgewachsen sind wir schließlich mit Bands wie den Sex Pistols, Sham 69, den Toy Dolls und schwedischen Bands wie KSMB und Ebba Grön. Wir wollten die Art von Musik machen, die wir mögen. Und als wir dann Mitte 2012 eine Band gegründet hatten, fragte ich Gabriel (Gitarre) und Carl (Baß), ob sie uns unterstützen wollen. Auf die beiden kam ich, weil ich vor gut 10 Jahren schonmal mit den Kerlen zusammenspielte und sah, daß es paßte. Aber sie haben auch eine großartige Persönlichkeit und so paßte die Chemie unter den Mitgliedern bestens und das ist uns sehr wichtig.

 

Einige Mitglieder von Euch spielten vorher auch bei Perkele und Chillihounds, so wie ich las. Warum sind das nicht mehr Eure Bands, oder ist Stefan weiterhin bei den Chillihounds?

Ich, Gabriel und Carl spielen auch weiterhin bei den Chillihounds. Aber es ist wahr, daß der Fokus nun auf City Saints liegt.

 

Eins Eurer Mitglieder spielte vorher auch in einer Hardrockband, da frage ich mich, warum Ihr keinen Hardrock macht?

Man geht im Leben durch verschiedene Phasen. Und so habe ich vorher in Metal- und Hardrockbands gespielt. Nun wollte ich wieder zurück zu meinen Wurzeln und diese liegen im Rock'n'Roll und Punkrock.

 

Ist City Saints lediglich ein Projekt von Musikern, oder doch eine richtige Band?

Wir sind durchaus eine richtige Band und wir bleiben es!

 

Ich sah mir das „Making of...“ Eurer CD an und stellte fest, daß Ihr alle verschiedene Charaktere seid, was die Szenen betrifft. Wie habt Ihr Euch gefunden?

Ich und Magnus begegneten uns auf der Highschool vor etwa 20 Jahren. Wir stellten schnell fest, daß wir die gleiche Musik liebten. Auf Gabriel stieß ich, als wir Chillihounds 2003 gründeten. Und Carl lernte ich 2 Jahre später kennen, als er in die Band kam. So einte uns die Liebe zur Musik.

 

Ist es schwer, die verschiedenen Charaktere in der Band zu einen?

Nicht wirklich. Ich denke eher, daß durch die verschiedenen Charaktere unsere Musik breit gefächerter und interessanter wird.

 

Im „Making of...“ war auch zu sehen, daß Ihr für das Debut lediglich dreimal geprobt habt. Stimmt das? Und so frage ich mich, wie lange Ihr schon existiert?

Wir hatten nur die Möglichkeit, vor den Aufnahmen dreimal zu proben. Aber ich und Gabriel kamen etliche Male zusammen, um die Texte zusammen zu schreiben bzw. daran etwas abzuändern.

 

Warum Rock'n'Roll mit einer Prise Streetrock und nicht nur Rock'n'Roll oder Streetpunk?

Weil all die Punkbands der 70er, die wir so lieben, auf Rock'n'Roll fußen. Hör Dir nur Bands wie Vibrators oder The Boys an. Außerdem wollten wir die Energie und Kraft des Punks mit den Musikhelden der 50er kombinieren. Einige darunter sind Little Richard, Eddie Cochran & Jerry Lee Lewis.

 

Mit „Rude Boy Rock'n'Roll“ spielt Ihr nicht nur einen großartigen Song, sondern habt auch gleich einen neuen Titel für ein Genre der Zukunft, haha. Warum der Name „Rude Boy Rock'n'Roll“  und was wollt Ihr in dem Song ausdrücken?

Durch die Rude Girls und Rude Boys im Jamaica der 60er entstanden die „bösen“ Mädels und Jungs des Jetzt. Und ich liebte es immer, Skamusik zu hören. Bands wie The Ethiopians und Toots and The Maytals sind einfach toll. So wollte ich ein Tribut für die Ska- und Oi!-Szene rüberbringen und denke, daß das von uns gut umgesetzt wurde.

 

Ist „Slippery Joe“ eine reale Person? Bitte erzählt mal was über den Song und die Person dahinter.

Ich denke, daß jeder den einen oder anderen kennt, der wie Slippery Joe ist. Joe und viele unserer Songs fußen auf Lebenserfahrungen. Aber es ist auch ein Tribute an Cock SParrer, welche großen Einfluß auf mich ausüben.

 

Laut eigener Aussage spielt Ihr Musik „For the Skins, for the Punks, for the Hooligans and for the Drunks“. Von daher gehe ich davon aus, daß Ihr genug Party- und Trinklieder im Gepäck habt. Auf der anderen Seite habt Ihr mit „Living hell“ auch ein Stück auf der Scheibe, wo Ihr Euch kritisch mit dem Thema Alkohol auseinandersetzt. Stimmt das? Ich mag es, auf Partys zu gehen und einen zu trinken, aber ich sehe das auch immer wieder kritisch. Habt Ihr diese Sicht der Dinge, weil Ihr im Freundeskreis selbst diese Probleme habt, oder soll es einfach eine kritische Auseinandersetzung mit Alkohol in der Szene allgemein sein?

Wir mögen es ein oder zehn Bier zu trinken. Aber irgendwann holt Dich das ein. Und ich habe eine Menge Erfahrungen durch Alkohol, die nicht die schönsten sind. Freunde und Bekannte, die einfach viel zu früh starben... So ist es eben nicht nur Spaß und Party.

 

In „Dick“ geht es um einen Poser. Meint Ihr hier eine spezielle Person, oder ist das Lied eher allgemeiner Natur?

Haha, das wird mein Geheimnis bleiben! Aber es gibt eine Menge Leute, die sich in den Vordergrund spielen und nicht das sind, was sie vorgeben zu sein. Leute mit Schlips und Kragen, die vorgeben, Arbeiterklasse zu sein, aber in großen Häusern leben, viel Geld verdienen und ein Luxusauto vor der Tür haben. Bastarde!

 

Bands singen oft vom Staatsfeind Nummer eins, Ihr singt vom „Staatstier Nummer 1“. Was steckt hinter dem Song? Erzählt mal mehr dazu.

Der Song hieß aktuell auch „Staatsfeind Nummer 1“, als er geschrieben wurde. Aber Carl machte daraus „Public animal No. 1“ als Tribute an Alice Cooper, welcher einer seiner Lieblingsmusiker ist. Cooper hat ein Stück auf dem Album „School's out“, welches „Public animal #9“ heißt.

 

Euer Debut erschien bei Bandworm Records. Warum ein deutsches und kein schwedisches Label? Wie kam der Kontakt zustande?

Weil Deutschland einfach die beste Szene für diese Art von Musik hat. Außerdem hat Magnus schon vorher mit Bandworm und Spirit From The Streets zusammen gearbeitet.

 

Das Debut ist ein großartiges Digipack mit einer zusätzlichen DVD, wo ein „Making of...“ drauf ist. Wer hatte die Idee dazu und warum ein so großer Wurf als Debutalbum?

Warum nicht? Wir arbeiteten schon vorher mit David Nilsson (der die Dokumentation filmte) zusammen. Er machte einiges für die Chillihounds. So fragten wir ihn, ob er uns zu den Aufnahmen des Albums begleiten kann. Mark von Bandworm hielt das für eine gute Idee. So kam das schöne und fette Debut zustande. Cheers to him!

 

Schweden hat einige großartige Bands und ich mag fast alles, was aus Schweden kommt. Welche Bands mögt Ihr besonders und warum?

Es gibt hier eine Menge Bands. Und ich liebe die Clichés, da sie dieselben Einflüsse wie wir zu haben scheinen. On The Job ist auch eine großartige Band und großartige Jungs sind es außerdem! Wir spielten mit ihnen beim Punk & Disorderly.

 

Gibt es schwedische Bands, die Ihr nicht mögt und warum?

Es gibt eine Menge schlechter Bands rund um die Welt, welche nicht spielen können. Aber welche das sind, behalte ich für mich... Ich respektiere alle Bands, die nicht irgendwelchen Trends folgen und Musik einfach nur mit Gitarre, Baß und Schlagzeug machen.

 

Gibt es Freundschaften zu bestimmten Bands, die Euch wichtig sind?

Yeah, wir kennen eine Menge an Bands und das nicht nur aus den Bereichen Punk und Streetpunk. Hoffentlich werden es dieses Jahr noch mehr, die dazukommen.

 

Okay, Zeit für abschließende Worte.

Ich hoffe, Euch unterwegs zu sehen. Danke für die Unterstützung!

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