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Mitschreiber Klatscher

Interview: Meik

Nachdem Dennis ein Heft ausgesetzt hat, ich mit der Arbeit völlig überfordert bin und mich dem Lotterleben in Leipzig hingebe, wird es wohl Zeit für Veränderungen im Zine. Dennis is back with a bang, aber hoffentlich nicht mit einer Klatsche und da simma beim Thema. Klatscher rückt hier nun in den Mittelpunkt des Geschehens und wurde quasi von der Gasflasche und Baßgitarre weggelockt, um nun hier auch etwas zum Besten zu geben. In Zukunft wird Klatscher fester Teil der Redaktion sein und so hat nicht nur Kölle ein karnevalistisches Dreigestirn. Was wir und Ihr nun von Klatscher erwarten, sollte das Interview zutage fördern, doch irgendwie rückte der Klatscher nicht ganz raus mit der Sprache, was er denn hier verzapfen wird. So bleibt uns nur abzuwarten und der Dinge zu harren, die da kommen... Dennoch gibt es einige Andeutungen von Klatscher und den Rest bekomme ich mit ein bissel Goldkrone auch raus...;-)

 

Hallo mein Freund, stelle Dich den Lesern doch mal vor, auch wenn Du in der Szene kein ganz Unbekannter bist.

Sei(d) gegrüßt! Viel vorzustellen gibt’s ja nicht mehr, da du mir bei Frage 3 ja schon den Wind aus den Segeln nimmst. Meines Zeichens bin ich munterer Musikant der beiden Bands Schusterjungs und Sorry,No!.

 

Du willst nun unser Schmutzheft endgültig in die Insolvenz treiben... Was motiviert Dich, gerade bei uns einzusteigen?

Keine Ahnung, was mich in der Bierlaune heraus dazu geritten hat, diesen folgenschweren Weg einzuschlagen. Wahrscheinlich war es das viele Geld, was man dabei verdient.

 

“Hauptberuflich“ spielst Du ja bei Schusterjungs mal Baß, mal besser und auch bei Sorry, No! mischt Du mit. Hast Du mit den Bands so wenig zu tun, findet bei Dir kein Privatleben statt, oder wie bekommst Du das alles unter einem Hut, wenn Du nun auch noch der schreibenden Zunft angehörst?

Das spielt keine Rolle. Meistens probe ich nicht mit beiden Bands gleichzeitig. Und wenn ich probe, dann schreibe ich nicht. Wiederum probe ich nicht, wenn ich schreibe...

 

Hast Du schon feste Pläne, was für Sachen Du in Zukunft schreiben willst, oder einen bestimmten Fokus, den Du abackern willst? Oder legst Du einfach los und siehst dann, was Dir liegt und was net?

Ich werde wohl den letzteren Weg einschlagen, da ich ein Freidenker bin. Mich jetzt auf bestimmte Themen festzunageln, liegt mir nicht. Ich werde Dinge, die mir „liegen“, behandeln und darüber berichten. Über eigene Konzerte werde ich wohl nicht großartig schreiben, da ich da wohl ungewollt voreingenommen berichten würde. Bzw um es mit Deinen Worten zu sagen, es genauso wäre, als wenn Du ein Review über Dein eigenes Heft schreiben würdest. Lasst euch einfach überraschen.

 

Hast Du jetzt schon Dinge, wo Du weißt, sie liegen Dir gar nicht (Reviews, Konzertberichte etc.)?

Eigentlich nicht. Aber da alles noch Neuland für mich ist, werde ich wohl noch rausfinden müssen, was mir liegt, oder nicht. Versuch macht kluch...

 

Da Du als Musiker ja auch einiges mitbekommst und viel unterwegs bist, hoffen wir natürlich auf Geschichten aus dem Nähkästchen... Wird es Tourberichte, oder Backstageberichte von Dir geben?

Wie vorher angekündigt, werde ich über eigene Konzerte wohl nicht allzuviel berichten. Das soll aber nicht heißen, dass es von jenen Konzerten keine Hintergrundinfos geben wird. Da der wahre Spass und das wirklich interessante ja bekanntlich abseits der Bühne stattfindet.

 

Zines sind ja heutzutage leider nicht mehr so populär, gerade wenn man die fb-Generation sieht. Was bedeuten Zines für Dich und wie siehst Du die Zukunft der DIY-Medien?

Leider hast du Recht. Aber in letzter Zeit hat man ja feststellen können, dass es wieder mehr Zinemacher zum Ursprung des Druckes schaffen. Was mir persönlich auch viel besser gefällt. Das soll nicht heißen, dass ich nicht auch mal ein Onlinezine lese. Aber für mich persönlich hat das mit 'nem wahren Zine nicht viel gemein (da hat der Reimefuchs wieder zugeschlagen...). Ich würde es eher als Informationsseiten bezeichnen. Obwohl ich zugeben muss, dass ich das MF auch erst nur in Onlineform angeschaut habe. Aber mir liegen die traditionellen Zines viel mehr am Herzen. Online was auf dem Schirm zu bringen, kann jeder Idiot. Außerdem ist das 'ne mächtige Plagerei, jedes Mal den Computer mit aufs Scheißhaus zu schleppen...

 

Viele Zines wollen sich ja dem Zeitgeist anpassen und mutieren zu Hochglanzheften mit angepaßtem Inhalt, um zu überleben. Was hältst Du von Hochglanzheften, die inhaltlich so clean sind wie Meister Proper?

Na gut, ob ein Heft jetzt auf Hochglanz poliert wurde oder nicht, dass ist mir eigentlich egal, solange der Inhalt gut ist. Angepasste Einpisser oder eingepisste Anpasser finde ich scheiße. Man sollte sich schon überlegen, ob man ein Zine schreibt, um seine wahren Vorlieben und Interessen zu präsentieren, oder um anderen Idioten zu gefallen. Ich kenne sehr gute Hochglanzhefte. Genau wie total beschissene Hefte im traditionellen Style.

 

Was ist Dir in Zines besonders wichtig und was überblätterst Du fast immer?

Ich lese generell ALLES in einem Zine. Selbst Berichte, die mir total am Arsch vorbei gehen. Was mir in einigen Zines aber leider zu sehr auf den Sack geht, sind seitenlange Reviews. Ich finde Plattenreviews sehr wichtig und die ein oder andere auch sehr interessant, muss man da teilweise aber 5 Seiten daraus machen und das gleich 3-4 mal in einem Heft? Da könnte man doch gleich 'ne Platten-Broschüre rausbringen. Wichtig sind mir ausführliche Interviews, die sich von anderen Interviews abheben und nicht nur die üblichen 08/15-Fragen beinhalten, die man auf Wikipedia auch beantwortet bekommt. Und das allerwichtigste ist für mich, dass in einem Skinhead-Fanzine auch Skinhead drin ist.

 

Was sind Deine Lieblingshefte und warum, welche Hefte gehen gar nicht?

Das ist eine wirklich schwere Frage. Ich bevorzuge alle Skinhead-Zines. Da jetzt gute und schlechte rauszufiltern, wäre auch voreingenommen von mir, da jedes Zine seinen eigenen Charme hat. Zu meinen Favoriten zähle ich aber mal eindeutig das MF (in Zukunft wahrscheinlich nicht mehr...), das Für immer und Ewig, Viva Saxonia, Stolz und Stil und das Magdeburg Punks. Dann sind da noch einige sehr gute Zines, die es leider nicht mehr gibt. Z.B. Der Ripper, Violence oder Der Lokalpatriot. Hefte, die ich total beschissen finde (jetzt bin ich aber voreingenommen), sind das Moloko+ und diese komischen Penner-Gazetten, die Du Meik, dir immer an irgendwelchen Bahnhöfen zusammen klaust...

 

Welche Bands würdest Du gerne mal interviewen und welche nicht, bitte mit Begründung (hier ist egal, ob es die Bands oder Musiker noch gibt, oder nicht)?

Interviewen würde ich eigentlich alle Skinhead-Bands, da jeder auf seine Art und Weise sicherlich was zu sagen hätte. Die andere Frage wäre wohl eher, welche Bands mir wahrheitsgetreu auch unbequeme Fragen beantworten würden. Skrewdriver und Evil Skins hätte ich gern interviewt, aber auch an Laurel Aitken wären mir viele Fragen eingefallen, die den einen oder anderen heutzutage vielleicht interessiert hätten bzw. interessieren sollte.

 

Gibt es irgendwelche anderen Dinge, die Du mal gerne veröffentlichen möchtest und welche sind das?

Das wird noch nicht verraten.

 

Ende im Gelände, Zeit für abschließende Worte.

Wann bekomme ich mein erstes Honorar? Und muss ich mein Abo jetzt trotzdem noch weiterzahlen? Ich hoffe, dass ich Euch in Zukunft mit meinen Berichten den täglichen Stuhlgang etwas angenehmer gestalten kann. Für Kritik bin ich immer offen, auch wenn ich mich an Verbesserungsvorschlägen eh nicht halten werde.

In diesem Sinne,

Cheers'n'Oi!

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